Das war Juli 2023

Wo ich war

Eigentlich müsste ich sagen, dass ich diesen Monat nirgendwo war, aber diese Zeilen schreibe ich in Hamburg. Kleiner privater Kurztrip, ganz ohne Business, dafür mit Tochter, auf den letzten Drücker des Monats. Vorhin angekommen, also keine besonderen Ereignisse bislang. Außer, dass der Hamburger Hauptbahnhof immer noch ziemlich drängelig ist.

Ansonsten war das ein Schreibtischmonat mit Schreibtischarbeit, mit nur gelegentlichen Auflockerungen in der Region, was so viel heißt wie: Abstecher nach Wetzlar und ähnliche mittelhessische Hotspots von Kultur und Lebensfreude.

Dafür wird der August abwechslungsreicher, schon wegen Devcom & Gamescom (letztere nur Mittwoch, am Fachbesuchertag). Freue mich natürlich auf das Panel zu „Return to Monkey Island“, und auch sonst scheint es ein interessantes Programm zu geben. Aber seien wir ehrlich: davon werde ich nicht viel mitbekommen, weil ich mit einem Getränk irgendwo stehe und quatsche, bis ich leer bin.

Apropos:

Podcasts!

  • Im Buchpodcast konnte ich endlich Terry Pratchett angemessen würdigen.
  • Hinter der Paywall bin ich von dem Krimi „Fünf Winter“ ziemlich beeindruckt.
  • Im Adventurepodcast reden Matt und ich über Nightmare Frames, den gar nicht geheimen Geheimtipp.

Sport!

Nervt gerade, Form stagniert, Älterwerden nicht. Dazu schreibe ich hier jetzt nix mehr. War hier als Selbstmotivation gedacht, aber funktioniert nicht. Vielleicht strahlt auch die Genervtheit ab von:

Und sonst: Twitter ist tot

Das beschäftigt mich mehr, als es sollte.

Ich meine, das ist auch nur eine Website von vielen, ein Dienst von vielen, ein Kanal von vielen. Aber es war für mich auch eine digitale Heimat, in der ich mich lange sehr wohl gefühlt habe und wo ich eine Mischung aus Klamauk und Ernsthaftigkeit gefunden habe, die mir die Algorithmushölle Facebook und das Businesskaspernetzwerk Linkedin nicht bieten können. Mit Elon Musk ist das alles vorbei, exakt zu dem Zeitpunkt, an dem ich meine „Feiere 15 Jahre auf Twitter“-Badge in den Notifications hatte. Stattdessen, als das „X“ kam, habe ich Twitter vom Smartphone geschmissen, meinen Account ausgegraut und nutze ihn nicht mehr. (Löschen werde ich nicht, da dadurch das Handle frei werden könnte, und was für Rudi Völler gilt, gilt auch für mich: es gibt nur ein‘ [von dem anderen abgesehen, von dem ich weiß, Gruß nach Rostock]. Das mache ich erst, wenn Twitter, äh, X, in der Bedeutungslosigkeit versunken ist. Und das wird es, davon bin ich überzeugt.)

Klar, das könnte mir alles egal sein, was da hinter den Kulissen passiert, wie die Seite heißt, welche Nazis und Hackfressen von Musk promotet werden, wie stümperhaft und egozentrisch das ganze Rebranding ist. Könnte das Ding einfach weiterbenutzen.

Ich will nicht.

Es ist vielleicht irrational, weil keine der großen Tech-Firmen richtig sauber ist und Unternehmen generell keine Freunde sind. Aber ich hatte dem blauen Vogel gegenüber eine Grundsympathie, ich hatte eine schöne, wild durchmischte Timeline, und ich hatte in jahrelanger, liebevoller Handarbeit alle Arschgeigen geblockt. Das lasse ich zurück. (Die Twitter-Accounts von Buch- und Adventurepodcast werden auch nicht mehr bespielt.)

Jetzt also Mastodon. Aktuell ist da mein Bauchgefühl: derzeit die beste Alternative, aber ich glaube nicht, dass das langfristig meine Heimat ist. Während ich mich bei Twitter zuhause gefühlt habe, ist das emotional ein Studentenwohnheimplatz. Vielleicht irgendwann Bluesky, wenn es mehr als ein reiner Twitter-Klon ist? Hoffentlich nicht Threads – von Musk zu Zuck wäre nicht unbedingt eine Verbesserung.

Hilft nichts: durchatmen, abwarten. Dem Wunsch widerstehen, doch wieder Twitter zu öffnen. Nein, es wäre ja nur der evil twin. Das hält schon davon ab. Immerhin etwas.