Das war Juni 2026

Wo ich war

Zum ersten Mal überhaupt in Kroatien, genauer gesagt in Split und auf der Insel Brač. Tolle Gegend, nette Menschen. Gern wieder. Aber das hier soll kein Urlaubsblog werden. Dafür fahre ich zu wenig weg, und wenn ich es tue, stelle ich mich dabei blöd an, wie wissenschaftlich bewiesen ist.

Dann war Hitzewelle, aber nicht am Meer, sondern – ihr wart wahrscheinlich dabei – überall, und deswegen hatte ich nach dem Urlaub wenig Erholung in mir, sondern fühlte mich wie eine ausgetrocknete Frucht.

Auch, weil diesen Monat weniger die Frage nach dem WO, sondern nach dem WIE relevant war. Und die kann ich nur mit ziemlich lädiert beantworten. Mehrere altersgerechte Kinkerlitzchen setzten mir zu, was zu vielen Arztbesuchen führte, und denen geht bei uns gesetzlich versichertem Fußvolk immer langwierige Callcenter-Tätigkeit voran.

Aber es geht wieder aufwärts, und über das Thema muss nicht mehr als über den Urlaub gesagt werden.

BOML!

Wegen meiner Gebrechen blieb in diesem Monat auch BOML auf der Strecke. Immerhin Matt war fleißig und hat die Homepage komplett neu gebaut. Mit den Sicherheitslücken von WordPress habe ich ja genug Erfahrung aus erster Hand, und die hat Matt nun mit einem einfachen Mittel alle gestopft: er hat WordPress weggeschmissen. Auf den ersten Blick hat sich nix geändert, aber unter der Haube alles. Unsere Homepage erstrahlt nun in voller hanseatischer Handwerkskunst.

Frisch übersetzt

Im Juni ist “Thank You For Your Application” erschienen, dessen deutsche Texte ich übersetzt habe. Interessantes, dystopisch-sarkastisches Spiel, dessen Mechanik offensichtlich von “Papers, Please” inspiriert ist.

Gelesen

Mein Lesedrang ist aktuell konstant niedrig, aber ich hatte Anfang des Jahres begonnen, einen Liebling aus Jugendtagen auf Englisch zu lesen: “Gyre” (“Weaveworld”) von Clive Barker.

In dem Horror-Fantasy-Roman aus 1987 geht es um Calhoun, der im Liverpool der 80er-Jahre auf einen Teppich aus dem Nachlass einer alten Frau stößt, in dem sich eine ganze Welt befindet. Die titelgebende “Gewebte Welt”. Die Enkelin der alten Frau, Suzanna, und Cal versuchen, diese Welt vor einer Gruppe mysteriöser Wesen zu beschützen, darunter Shadwell, ein Verkäufer, der immer genau das Objekt im Angebot hat, das man mehr als alles andere begehrt …

Damals, als großformatiges Heyne-Paperback, hat mich das Buch völlig weggeblasen und mich endgültig zum Barker-Fan gemacht. Seine Fantasy war bunter und wilder als die typische High Fantasy, sein Horror war mutig und explizit. Insofern werde ich immer Fan seiner Werke bleiben: sie haben mir als Leser die Augen geöffnet, wie gnadenlos man schreiben kann.

Gut – mit etwas Abstand und der Objektivität des Alters finde ich viele Sachen nun etwas platt und plakativ. Und deswegen hat das Buch bei mir auch gar nicht mehr so toll funktioniert. Das erste Drittel war ein großer Spaß, aber dann begann es sich zu ziehen, bis ich mich zwingen musste, es weiterzulesen. It’s not you, it’s me. Ich glaube, mit einem Re-Read von seinem Opus Magnum Imagica lasse ich mir noch etwas Zeit …

Gute Links

  • Die vierteilige ARD-Dokumentation “Elf Helden, ein Alptraum” über die Fußball-WM 1994 ist verflucht gelungen. Nicht nur als Retrospektive auf die WM, sondern wie die ganze Zeit eingefangen wird. Wer bei Fußball nicht automatisch abschaltet, sollte sich das Ding geben.
  • Krazy Ken hat ein Video über die beste Konsole aller Zeiten gemacht: die Dreamcast. Ein Video, bei dem einen einfach nur warm ums Herz wird.
  • Guter Typ: Der Lehrer, der die AfD nervt.

Jogging-Mucke

Neue Rubrik! Zum Ende jedes Newsletters gibt’s ab jetzt einen Song, zu dem ich beim Joggen immer wieder zurückkehre. Weil ich alt bin, sind das überwiegend alte Lieder, die ich so in- und auswendig kenne, dass sie von mir keine Aufmerksamkeit verlangen, aber in den Flow bringen. Vielleicht auch mal ein aktueller Ohrwurm. Jedenfalls fast immer Rock.

Und sonst

Damit wenigstens ein Bild in diesem Monat dabei ist – hier ein Sonnenuntergang von letztens:

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