Notizen vom Frankfurt-Marathon 2011

Die Strecke tangierte die Zelte der Occupy-Okkupisten. Das wollten diese offenbar nicht einfach so hinnehmen und stellten sich auf den Bürgersteig und hielten den Läufern das Transparent hin: “Ihr spekuliert mit unserer Zukunft”. Was ich jetzt im Bezug auf den harmlosen Marathon-Eumel so nicht unterschreiben kann. Wenn die nächstes Jahr dort noch campieren, trage ich 2012 ein Shirt: “Laufen für den Kapitalismus”. Immer dagegen sein.

Am Ende der Kennedy-Allee stand wieder der alte Mann mit der Luftangriff-Drehkurbel. Er drehte und grinste, es heulte. Wie jedes Jahr. Kein Frankfurt-Marathon wäre vollständig ohne ihn.

Extrapunkte für den Lautsprecher-Mann in Niederrad, der Spannung via Trantütigkeit perfektioniert hat, als er durchsagte: “Und der Gewinner ist schon im Ziel! Wilson Kipsang hat gewonnen … und den Weltrekord … um drei Sekunden … verfehlt!” Allgemeines Aufstöhnen im Läuferfeld.

Ratschlag an den Querflötisten in Goldstein: “Another One Bites the Dust” ist NICHT sonderlich motivierend.

Lob für die Band auf der Schwanheimer Brücke, die quasi-coverte: “Über diese Brücke musst du geh’n / 700 Meter übersteh’n”.

Und ansonsten hab ich gelernt, dass die Erfahrung aus fünf erfolgreichen Marathonläufen nicht genug ist, um einen sechsten abzuschließen, für den man deutlich zu wenig trainiert hat. Unter mein Sportjahr 2011 machen wir nach einem Wolkenbruch-Halbmarathon, einem Hitze-Halbmarathon und einem “did not finish”-Marathon bitte einen dicken Strich und reden nie wieder darüber.

Das wird hier langsam ein Failblog. Aber ich fühle mich gnadenloser Ehrlichkeit verpflichtet.