Würgerinitiative

Ein Kopfschüttler

“Das geht nicht weit genug!”, rief Scharkowski empört. “Wir müssen eine Würgerwehr gründen, die patrouilliert und das Gesindel von der Straße holt!” Unruhe brach im Saal aus. Die meisten der besorgten Würger unterstützten ihn lauthals. Er grinste innerlich.

Würgermeister Meinert stand auf und hob beide Hände “Ruhe ist die erste Würgerpflicht!”, rief er gegen die Menge an, doch seine Worte wurden weggespült.

Erst als auch Scharkowski sich von seinem Platz mitten im Saal erhob, wurde es leiser. “Als Vertreter der Würgerinitiative fordere ich einen Rücktritt der Würgschaft und Neuwahlen!”

“Meinert muss weg!”, rief jemand von hinten und beifälliges Grumpfen erhob sich im Saal.

“Wir müssen besonnen vorgehen und-”, setzte Meinert schwach an.

Scharkowski fuhr mit lauter Stimme dazwischen. “Man kann sich nachts ja nicht mehr auf die Straße trauen! Früher konnte man als unbescholtener Würger seinen Interessen nachgehen und heutzutage ist alles voller Polizisten! Und was tut die Würgschaft dagegen? Nichts!”

“Freie Fahrt für freie Würger!”, rief jemand von hinten, und ein anderer zischte: “Schnauze!”

Meinert setzte seine besorgte Miene auf. “Wir Würger müssen zusammenhalten und-”

Wieder wurde er von Scharkowski unterbrochen. “Das ist doch ein Hängen und Würgen!”

“Eben nicht”, rief der Mann hinten. Das Geräusch einer Ohrfeige hallte durch den Saal.

“Wir brauchen einen Neuanfang!”, rief Scharkowski. “Neuwahlen jetzt!”

“ES REICHT!”, brüllte Meinert, ging um den Tisch herum, trat zwischen die Stuhlreihen im Saal, stürmte zu Schwarkowski und legte ihm die Hände um den Hals.

Posted in Leben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.