Studentenleben

Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr’s habt!

Mein Studium habe ich 1999 abgeschlossen und damit auch das Studentenleben. Das ist 17 Jahre her.

Ich habe in einem anderen Jahrtausend studiert!

Und wenn ich mir das aktuelle Studentenleben vorstelle, fühlt es sich auch so an. Heute dürfte ein kleines Notebook und ein Smartphone für so ziemlich jeden Studenten normal sein. Selbst ältere Modelle oder Gebrauchtgeräte erfüllen ihren Zweck. Handschriftliche Notizen wie unsereiner damals machen wahrscheinlich nur die Vinyl-Fans, die demonstrativ analog studieren. Online sind sowieso alle unterwegs, während wir damals höchstens ein Uni-Konto hatten, einen überfüllten PC-Saal oder sogar daheim ein langsames Modem, das schon Luxus war — und zu teuer, um sich dauernd einzuwählen.

Das beschreibt nur die Arbeitsmittel im eigentlichen Studium — auch die mediale Berieselung ist leichter geworden. E-Books, Spotify und Netflix im Monatsabo? Kann man sich leisten. Wenn unsereiner einen Film auf Englisch sehen wollte, musste man Donnerstag Nachmittag in einen Hörsaal der Anglistik gehen, um dann einen Film auf VHS gezeigt zu bekommen. Die DVD als Massenmedium habe ich als Student knapp verpasst.

Man hat Zugriff auf fast alle Bücher, die je erschienen sind, 30 Millionen Songs und jahrelange Bewegtbildinhalte. Und man hat dann das Zeug nicht mal in der Bude rumstehen und verstauben!

Ich bin die letzte Studentengeneration gewesen, bei der ein Handy die Ausnahme war. Gott, beneide ich euch heute um die Möglichkeit, den Alltag mit Smartphones zu gestalten.

Wahrscheinlich müsst ihr auch in den Bibliotheken nicht mehr mit Mikrofilmen hantieren. Soweit ich weiß, sind digitale Bibliotheken immer noch Zukunftsmusik und ihr müsst euch nach wie vor mit Ausleihe rumschlagen oder Bücher kaufen. Da sind die Strukturen eher starr. Aber hey, seien wir ehrlich, für die meisten Referate reicht doch Wikipedia.

1982 ist für mich, was 1999 für euch ist

Ein Studium im Jahr 1999 ist heute so lange her wie für mich seinerzeit ein Studium im Jahr 1982. Alles aus meiner Studentenzeit, was heute im Rückblick so antiquiert wirkt, hätte einen Studenten der frühen 80er mit Staunen erfüllt: ein PC mit mehr als 64 Kilobyte RAM? Der sich auch in weltweites Netz einwählen kann? Mobiltelefone, die nicht nur für die ganz reichen Leute sind? Heimvideorekorder haben sich so weit durchgesetzt, dass man in einen Laden gehen kann und da gibt es massig Kassetten, die man leihen kann? Diese futuristische “Compact Disc” ist inzwischen billiger als LPs? Wahnsinn!

2033 werden sich die Studenten übrigens fragen, wie ihr mit eurer steinzeitlichen Ausrüstung im Wintersemester 2015/2016 über die Runden kommen konntet.

Posted in Leben, Technik.

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