Wilma Löffler (1953 – 2014)

Regelmäßig rief Weltbild bei meiner Mutter an, um ihr etwas anzubieten oder auf tolle Aktionen hinzuweisen. Und über diese Anrufe freute sie sich. Nicht, weil sie etwas erwerben wollte. „Sie verkaufen übrigens auch die Bücher meines Sohns“, sagte sie und grinste dabei diebisch, wenn ich gerade in der Nähe war und es mithören musste. Dann brachte sie den armen Callcenter-Agenten dazu, meine Bücher im System aufzurufen. Sie oder er hatte diese dann ganz toll zu finden und musste versprechen, davon besonders viele zu verkaufen.

Sie hätte mich gern in einem seriösen Beruf gesehen. Lehrer. Sparkasse. Etwas, in dem man ernst genommen wird, ordentlich aussieht und ein geregeltes Einkommen hat. Also genau das Gegenteil des vagabundierenden Autorendaseins. Und in letzter Zeit wäre es mir durchaus recht gewesen, einen Beruf zu haben, hinter dem ich mich leichter verstecken kann. Meine Mutter verteilte immerzu fröhlich Exemplare meiner Bücher. Auch unter den Krankenschwestern und Ärzten, mit denen sie im Laufe des letzten Jahres dauernd zu tun hatte und die irgendwann nichts mehr gegen den Krebs ausrichten konnten.

Am Freitag ist sie gestorben.

“Leviathan” (English Software, 1987). Zaxxon-Klon. Ich glaube, das erste Spiel, für das ich Erspartes ausgegeben habe.

“Die Siedler” (1993, Amiga). Nicht wegen des Packungsdesigns ein Klassiker.

Ein Schmuckstück der Sammlung: Boxset der “Marathon"Trilogie von Bungie (1997). Der Vorgänger von "Halo”.

“Elite” (Firebird, Amiga-Version 1988). In kein Spiel habe ich mehr Zeit gesteckt, glaube ich.

“Ooze – Als die Geister mürbe wurden” (1989, Dragonware, Amiga). Deutsches, kommerzielles Textadventure? Gern das Taschengeld investiert. Die Figur, die man spielt, heißt “Mr. Cheez Burger” …

“Journey” (Infocom, 1989). Kam damals schon dem, was ich als interaktive Story wollte, sehr nahe. Maus-Interface, einfache Puzzles, Schwerpunkt auf Charaktere. Leider einer der letzten Infocom-Titel überhaupt.

Wie gesagt:

„Wenn die Leute drei Wochen Urlaub haben, dann fahren sie sofort nach der Arbeit weg, weil sie 1.000 Kilometer fahren müssen und gern übermüdet und hasserfüllt im Stau stehen.“

– Matthias Beltz

Ich und der andere

Die Pressearbeit für „Bin ich blöd und fahr in Urlaub?“ läuft gerade auf Hochtouren. Massig Presseartikel, einiges an Hörfunk, dann auch noch ein TV-Auftritt, und aktuell kommen immer weiter Anfragen rein. Es ist Juli – da hat das Nichtreisen eben Konjunktur. Für mich, der bislang im bescheidenen Rahmen seine Bücher bewerben konnte, ist das eine interessante Erfahrung. Und eine, die in mir die Erkenntnis hat reifen lassen, dass zwischen einem Fantastik-Autor und einem Comedian gar kein großer Unterschied herrscht. Beide werden gleichermaßen missverstanden. Und ich bin auch noch beides …

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