„A Writer’s First Day“

So heißt mein Vortrag, den ich auf der Entwicklerkonferenz „Quo Vadis“ im April 2015 gehalten und den ich in Twine geschrieben habe.

Genauer gesagt – vorhin.

Darin geht es um den ersten Arbeitstag eines „Game Writers“ einer fiktiven Firma, mit vielen verwirrenden Situationen und komischen Entscheidungen. Und, nein, es ist nicht autobiografisch. 🙂 Twine exportiert nette HTML-Files, weswegen jeder den „Vortrag“ nachspielen kann.

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Vom Ausmisten

Vor vielen Jahren habe ich mir auf einem Ramschtisch zwei Bände einer SF-Trilogie gekauft, für ein paar Euro. Die Reihe hat nie den Status eines Klassikers erreicht, sie ist schon lange nicht mehr in Druck, und nur die verrücktesten Sammler haben sie noch im Regal stehen.

Also Verrückte wie ich.

Wie vermutlich die meisten Irren habe auch ich als Jugendlicher begonnen. Eine lückenlose Sammlung, egal von was — sehr erstrebenswert, immer. Bei Büchern. Bei Filmen. Bei Spielkonsolen. Bei Magazinen.

Bis man das Land der Vernunft verlässt.

Und Bücher auf Ramschtischen kauft, nur um die Sammlung zu vergrößern.

Mich hat jahrelang gewurmt, dass ich den dritten Band dieser Trilogie nicht besitze. Alle Verkaufsstände auf den Cons habe ich danach durchsucht, bis es eines Tages so weit war: endlich konnte ich den fehlenden Band kaufen! Die Lücke füllen! Eine Sammlung vervollständigen!

Dieses Glücksgefühl hat allerdings nicht dazu geführt, dass ich die Bücher tatsächlich gelesen hätte.

Langsam kam ich auch ins Zweifeln, ob die VHS-Kassetten unbedingt aufgehoben werden müssen. Oder die Heft-CDs von GameStar, PC Games und den anderen üblichen Verdächtigen.

Ich begann auszumisten.

Und wie bei so vielen Dingen im Leben: hat man die Hürde im Kopf erst mal genommen, kann man nicht aufhören.

Ich will meine Büchersammlung verkleinern. Und Filmsammlung. Und Spielesammlung.

Nun stelle ich fest, dass man äußerst kreativ werden kann, wenn man vor Hunderten von Artikeln steht, bei denen man eigentlich nur binär entscheiden muss: behalten oder loswerden? Nein, so einfach ist das nicht. Man nimmt etwas in die Hand und bildet folgende Ketten im Kopp:

  • Behalten, weil es wertvoll ist.
  • Behalten, weil es nostalgischen Wert hat.
  • Behalten, weil schön aussieht.
  • Behalten, weil es damals so teuer war.
  • Behalten — aber nur für den Moment, eigentlich müsste es ja weg, aber kann man ja auch nächstes Mal noch machen.
  • Eigentlich behalten, aber ich will das Ding nicht mehr sehen, also loswerden.
  • Eigentlich loswerden, aber ich habe das irrationale Gefühl, dass es irgendwann etwas wert sein könnte.
  • Eigentlich das Buch loswerden, aber die Kollegen / der Kollege ist so nett …
  • Irgendwo verhökern, könnte noch was bringen.
  • Irgendwem schenken, das gehört in gute Hände.
  • Scheiße, was hat mich da geritten, nichts wie in den Müll damit.
  • Huch, das hab ich noch?! (Positiv oder negativ konnotiert, je nachdem, ob es verschollene Bücher oder ein Stapel AOL-CDs sind.)

Und die SF-Trilogie? Ich schwanke noch zwischen “Behalten — Nostalgie” und “Was hat mich da geritten” …

Terry Pratchett

Die ersten zwei oder drei Scheibenwelt-Romane waren bei Heyne erschienen, als mir „Das Licht der Phantasie“ in die Hände fiel. Natürlich sprang zunächst das surreale Cover ins Auge, aber um sicherzugehen, hatte Heyne fürsorglich unten einen Textbalken ergänzt:

Was Douglas Adams für die Science Fiction ist, ist Terry Pratchett für die Fantasy.

Nun war bei mir – wie bei so vielen – der „Anhalter“ mehr als prägend gewesen, also versuchte ich mich auch an Pratchett.

Ich kann nicht mal behaupten, dass es Liebe auf den ersten Blick war. „Das Licht der Phantasie“ unterhielt mich gut, aber löste keinen Knalleffekt aus. Später kaufte ich „Das Erbe des Zauberers“.

Und der Knalleffekt kam.

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Uhr! Hallo

Aus alter Verbundenheit habe ich mir natürlich auch diese Apple-Keynote angeschaut, obwohl ich — von einem vier Jahre alten iPod shuffle abgesehen — keine Apple-Hardware mehr im Büro habe.

Der menschlichste Moment der diesjährigen Ostermesse war nicht etwa die Pseudo-Ergriffenheit über ein Supermodel, das dank der Apple Watch in Afrika rumhoppelt und so die Welt verbessert (?), sondern Tim Cooks Begeisterung, dass er mit der Uhr telefonieren kann. Das wollte er schon als Fünfjähriger. Schön für ihn.

Nun habe ich eine popelige Android-Wear-Uhr. Und was ist das Beste an dem Ding?

Dass ich damit nicht telefonieren kann.

Das Teil hat nicht mal einen Lautsprecher.

Und das ist gut so.

Es ist praktisch, Kurzbefehle oder Textnachrichten in die Uhr sprechen zu können. Aber sie quäkt nicht zurück. Ich hoffe, dass Google jetzt nicht auf die Idee kommt, so ein Nerv-Feature in kommende Modelle reinzudrücken.

Möchte Frau Turteldings bei ihren Marathons per Uhr die Mitläufer über ihre Zeiten informieren? Oder warum sollte man von seinem eigenen Handgelenk angebrüllt werden wollen?

“Dreamweb” (Empire Interactive, PC, 1994). Für mich das bessere Adventure als “Blade Runner”.

Content-Entwertung für Fortgeschrittene

Kleines Postmortem zur Gratis-Aktion meiner Kurzgeschichtensammlung letzten Monat.

Wie immer der Disclaimer: Selfpublishing ist für mich eine nette Ergänzung, ein Hobby. Meine Erkenntnisse sind nicht weltverändernd, nicht allgemeingültig, nicht auf alle zu übertragen und bieten denen, die mehr und öfter selbst veröffentlichen, nichts, was sie nicht längst wissen. Außerdem bewegen sich bei mir monatlich bestenfalls ca. 15 E-Books.

Schauen wir uns die Statistik der letzten 90 Tage an:

Verkäufe

Jeder Ausschlag nach oben markiert einen Verkauf oder eine Leihe, und es gab einen Tag, an dem 3 (!) Exemplare verkauft wurden (Schampus, nackt auf der Straße tanzen). Rot zeigt die normalen Verkäufe an, blau die Leihe von Prime- oder Unlimited-Lesern. Das BAM markiert die 2 Tage Gratis-Aktion, bei der 952 Exemplare unter die Leute gekommen sind.

Im Verlauf sieht man recht deutlich, warum ich mich spontan zu der Aktion entschlossen habe: in den 30 Tagen davor war eine echte Flaute. Und ich denke, man sieht auch, dass die Gratis-Aktion eher belebende Wirkung hatte. Allerdings könnte der starke Anstieg bei der Leihe (im November bislang 8 Leihen – viel mehr als in den bisherigen Kalendermonaten) auch auf die Einführung von „kindle unlimited“ zurückzuführen sein. Und vielleicht hat die Gratis-Aktion statistisch auch gar keine Wirkung gehabt – Kausalität lässt sich nicht beweisen, nur vermuten.

Habe ich damit 952 potenzielle Käufer in den Wind geblasen?

Ohne Statistik, ohne wissenschaftliche Basis, rein aus dem Bauch heraus: nö. Vielleicht hätten ein paar von denen irgendwann die Sammlung für die 2,99 € gekauft, aber sicher nicht alle 952 Gratis-Downloader. Ich selbst nehme als Kunde hin und weder eine Gratis-Aktion mit, weil das betreffende Buch mich interessieren könnte – nicht, weil ich händeringend darauf gewartet habe, es umsonst zu bekommen. Vielmehr ist meine Hoffnung, dass ein paar der Gratis-Downloader in die Sammlung reinlesen und das mögen, was ich da verbreche. Und dann auch andere Sachen von mir kaufen.

Pah, sagen dann wieder einige, so läuft das nicht. Du hast deinen Content entwertet, sonst nichts.

Und wenn: es ist mein Content. Ich kann ihn entwerten, wie ich lustig bin.

Erschienen: „Lords of the Fallen“

Herzlichen Glückwunsch, Deck13! Nach einigen Jahren Entwicklungszeit kommt heute „Lords of the Fallen“ für PC, PS4 und Xbox One heraus. Ich hatte die Freude, ein paar der Texte beisteuern zu dürfen, die der Spieler unterwegs in Form von Tagebucheinträgen oder Briefen findet, aber die eigentliche harte Arbeit wurde am Mainufer erledigt. 🙂 Die ersten Tests trudeln derzeit ein und gehen in die richtige Richtung. Polygon gibt 7.5, IGN gibt 7.4.

(Wenn man Harkyn so sieht, wäre „Ich kann da nicht nüchtern hin“ auch ein guter Titel fürs Spiel gewesen. 😀 )

lotf

Erschienen: „Ich kann da nicht nüchtern hin“

buchtitel

Seit heute ist es offiziell erhältlich – bei den örtlichen Buchhändlern und den üblichen Versendern. Wer sich eine Leseprobe anschauen möchte, kann das auf der Seite des Verlags tun (aufs Cover klicken).

Manche Bücher schreiben sich von selbst.

Dieses nicht.

Es war wegen der Umstände ein ziemlich hartes Stück Arbeit und ich musste den Buster Keaton in mir finden. Erschwerend kommt hinzu, dass Humor Geschmackssache ist, wie ich auch an meinen Rezensionen des Nichtreiseführers sehe. Tja. Ich kann auch nur das schreiben, was ich selbst lustig finde und mich bemühen, mit jedem Buch ein kleines bisschen besser zu werden. Wenn’s gefällt, freue ich mich. Wenn nicht, schreibe ich trotzdem weiter. So ist das, Kinder, wenn man nichts vernünftiges gelernt hat (nur Germanistik).

Bei „Bin ich blöd und fahr in Urlaub“ hatte ich phasenweise ziemlich viel Presse. Wie es sich hier entwickelt, wird sich zeigen, aber es fängt gut an: Dienstag Abend bin auf Deutschlandradio Wissen zu hören. In der Sendung zwischen 18 und 20 Uhr, gegen Ende irgendwann.

Zur Premierenlesung wird dann mein Besuch im Drachenwinkel in Dillingen/Saar am 21. November.