‘Schmidt & Schmitt’ zum Beispiel, eine neue fluffige Vorabendserie bei Sat1. Was da an Klischees verbraten wird, ist derart widerlich, dass mir die Galle nicht hochkocht, sondern als bitterer Dampf aus Mund und Nase wallt. Was für ein unfassbarer Dreck. (…) Und komm mir keiner mit dem Argument, das wäre eben Privatfernsehen und hätte mich nichts gekostet (außer Teilen meiner geistigen Gesundheit). Wer schon mal ein öffentlich-rechtliches Melodram mit Christine Neubauer in der Hauptrolle gesehen hat (und mir widerfuhr dieses schlimme Schicksal), dem erscheinen derlei Argumente ein wenig fadenscheinig.

Thomas Plischke wurde gefesselt und geknebelt – dann wurde die Fernbedienung versteckt.

Flucht in virtuelle Welten

Sie wollen euch holen.

Es kümmert sie nicht, dass ihr verwahrlost, dass ihr nicht mehr in der Lage seid euer eigenes Leben zu führen. Ihr werdet nicht mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können, wenn sie euch erst in eurem Netz haben. Und ihr werdet nicht zuverlässig immer zum Orgasmus kommen.

Hä?

Was soll das nun wieder mit Computerspielen zu tun haben?

Genau genommen: gar nichts. Die Bedrohung da draußen ist SCHLIMMER als Computerspiele. Es sind … LIEBESROMANE! Ja, die Realität wird an vielen Fronten bedroht. Immer mehr Menschen fliehen in Scheinwelten, weil sie sich nicht der Realität stellen wollen. Junge Männer gehen nach Azeroth, Frauen suchen Männer mit kantigem Kinn (aber nicht in Azeroth).

Ich kann mich immer wieder dafür begeistern, wenn der Fiktion vorgehalten wird, nicht die Realität zu sein – vor allem, wenn’s in einer Zeitschrift mit dem Titel “Journal of Family Planning and Reproductive Health Care” passiert – ein Titel, hart wie die Realität selbst. In dem Satz “X kann zu Realitätsverlust führen” lässt sich X mit allem ersetzen, das auch nur entfernt mit Fiktion zu tun hat – oder mit Medien.

Liebesromane lese ich nicht, kann also nicht mitreden. Aber ich lese Science Fiction. Ginge man an diese mit dem gleichen Anspruch (“Science Fiction kann zu Realitätsverlust führen” – ich glaube, das hab ich mal irgendwo gesehen …), würde das so aussehen:

“Science Fiction tut Männern oft nicht gut – zu diesem Schluss ist der britische Astrophysiker Horst Humpfel gelangt. Wer die Science-Fiction-Geschichten von interstellarem Reisen glaube, sei schon auf dem besten Weg ins Unglück, meint der Physiker in der britischen Fachzeitschrift ‘Journal of Looking at Stars in a Realistic Way’. ‚Manchmal ist das Freundlichste und Klügste, was wir unseren Patienten raten können, das Buch wegzulegen – und der Wirklichkeit ins Auge zu blicken.’

Nicht nur, dass es in den Romanen nahezu nie um ‚realistische Raumfahrt’ gehe, schrieb Humpfel. Vor allem bilde die Lektüre nicht ‚die Höhen und Tiefen der insterstellaren Forschung’ ab, mit denen ein Astrophysiker in der Wirklichkeit zurechtkommen muss." 

(Link entdeckt via Petra Schier – danke!)

Konsumlöffler 7.7.11

Im alten Blog habe ich in der Seitenleiste auf meinen aktuellen Medienkonsum hingewiesen. Das möchte ich auch hier tun – und es etwas erläutern. Daher gibt’s ab sofort eine eigene Rubrik.

Buch

Robert Zubrin: “The Case for Mars”. In irgendeinem Artikel darüber gestolpert. Ich hoffe doch sehr, dass wir während meiner Lebenszeit noch auf dem Mars landen …

Film

Ich pendele immer noch zwischen “Deep Space Nine” (inzwischen Staffel 7) und “Battlestar Galactica” (Staffel 3).

Musik

Brandon Flowers: “Flamingo”. Soloalbum des “Killers”-Sänger. Einfache Angelegenheit: Wer die “Killers” mag, mag auch das.

Spiel

Crysis”. Wo schon ein QuadCore-iMac rumsteht (hüstel), auf dem des Brotberufs wegen auch Windows 7 installiert sein muss, kann man auch das ein oder andere PC-Spiel nachholen. Sogar mit vollen Grafikdetails. Beweise dabei exzellente Shooter-Fähigkeiten.

Geister bei dtp

Im August kommt “Haunted” endlich raus.

Wurde auch Zeit. Es ist zwar schon eine Ewigkeit her, dass ich an der Story mitmischen durfte, und in meinem fortgeschrittenen Alter mag ich es nostalgisch verfärben, aber das war ein großer Spaß – und ich bin sicher, das endgültige Spiel wird es auch sein. Erleichterte Glückwünsche in Richtung Deck 13!

Sie nennen es einen “optimierten Streckenverlauf”, ich nenne es “Verdammt, sollte bald mit dem Training anfangen … ach, bis Oktober ist ja noch lang hin”. Hier das Original-PDF.

Schon seit einer Ewigkeit mein beruhigendes Hintergrundbild für den Zweitmonitor. Mit “Peril Sensitivity”.

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Das war die Auflösung, vor der ich einen Großteil meines Lebens gesessen habe. Unter anderem vor einem externen 15"-LCD von LG, der günstig im Saturn Offenbach zu haben war, angeschlossen an ein iBook 12". Es wurde vom Haupt- zum Sekundärmonitor degradiert, als ein 20"-iMac ins Haus kam – und verschwand auf dem Dachboden zugunsten eines 24"-Samsung, dem neuen König im Büro.

Nun wollte der neue iMac nicht mehr mit Samsung spielen. Lag’s am DVI-Kabel? Am Adapter? Am neuen Thunderbolt-Port? Oder hatte Apple eine Samsung-Erkennung eingebaut, die signalisiert: Ne, mit denen wollen wir nix zu tun haben? Egal. Sitze ich halt nur noch vor dem (zugegebenermaßen exzellenten) iMac-Display.

Da fiel mir das LG ein.

Und es funktioniert.

Das nenne ich Fortschritt: Apples Super-Duper-Thunderbolt-Port kann sogar mit der Vergangenheit kommunizieren. Und mit der Zukunft (gibt ja noch keine passenden Geräte). Aber nicht mit der Gegenwart.

Hier werden Schoko-Bananen verkauft. Man beachte das Facebook-Schild. Mit Barcode. Der Laden ist moderner drauf als manche AG …