Im Hort des Kaffeedrachen

Ein Kopfschüttler nach dieser Vorgabe:

“Drachen sollten drin vorkommen. Und Kaffee. Kaffee ist immer gut.“

“Ich sehe dich!”

Der Kaffeedrache stampfte über die Kaffeebohnen, und seine riesigen Pranken mahlten diese zu einem feinen Pulver, nach dem sich Hamburger Kaufleute die Finger leckten.

“Komm raus, Dieb!”

Ein Häufchen Bohnen geriet in Bewegung und rieselte zur Seite, als sich jemand erhob, der sich darin versteckt hatte.

Es war ein Teedrache.

“Du weißt, dass das Zeug auf die Pumpe geht, oder?” Der Teedrache griff mit einer seiner rechten Krallenhand unter die linke Schwinge und holte ein Bündel Blätter hervor. “Grüner Tee!”, rief er aus. “Beruhigt die Nerven, schont die Herzen. Aber nicht zu lange aufbrühen.”

Dumpf starrte der Kaffeedrachen auf seinen kleinen Artgenossen hinab. “Du willst dich gar nicht an meinen Reichtümern vergreifen?”

“Kommt drauf an. Hast du auch ein Zimmer mit dem Entkoffeeinierten? Ist ganz gut, so was zu Hause zu haben, falls Gäste vorbeikommen. Der ist dann nicht ganz so schädlich, weißt du?”

“Ich … ich …”

“Reg dich nicht so auf. Du glühst ja schon wieder! Siehst du, das macht dieses Gesöff mit dir. Da kannst du jeden Arzt fragen. Klar, eine Tasse Kaffee kann den Blutdruck anregen, aber seien wir ehrlich: dabei bleibt’s doch nicht. Außer grünem Tee kann ich noch-”

Der Kaffeedrache riss sein Maul auf und Flammen schossen heraus. Sie hüllten den Teedrachen ein. Von ihm blieb nur ein feines Pulver übrig, das sich mit dem Kaffeepulver vermischte.

“Höchster Röstgrad”, murmelte der Kaffeedrache und brühte sich damit eine Tasse auf.

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