Die Taufe der Arche Noah

Ein Kopfschüttler nach dieser Vorgabe:

“Etwas Zoologisches (mit Tieren) und Champagner. Und Schiffe.”

Alle Tiere auf der Arche Noah brüllten panisch, denn die Wellen schlugen immer höher. “Noah! Jetzt komm endlich! Wir müssen los!”, rief der Erste Maat.

“Moment!”, brüllte Noah zurück. “Es bringt Unglück, mit einem Schiff in See zu stechen, das noch nicht getauft worden ist.”

Er stand auf dem Felsen, der aus dem Meer heraus ragte — das letzte Stück Land, soweit das Auge reichte. Der Regen peitschte gnadenlos herab. Seit Wochen war keine Sonne mehr zu sehen gewesen. Noah hielt eine Champagnerflasche hoch über seinem Kopf.

“Ich taufe dich auf den Namen …” Er hatte keine Ahnung. Gott hatte ihm gesagt, dass er das Ding bauen sollte, aber weder hatte er ihm eine Anleitung gefaxt, noch einen Namen kommuniziert. “Ich weiß nicht, wie ich das Schiff nennen soll!”, rief er rüber.

“Bloß keinen Frauennamen! Das bringt Unglück!”, rief der Schiffskoch aus der Kombüse. “Und übrigens wollen die Tiger das Trockenfutter nicht.”

“Nimm irgendeinen Namen!”, rief der Erste Maat. “Ist egal. An den Kahn erinnert sich eh keiner mehr, wenn das alles rum ist.”

“Nein, es muss ein wichtiger Name sein! Einer für die Geschichte”

Das Wasser stieg höher.

“Dann nenn die Schaluppe halt nach dir selbst, du Arsch!”, schallte es aus der Kombüse. “Wir saufen hier bald ab!”

Noahs Füße wurden nass. Ihm blieb keine Zeit.

“Ich taufe dich auf den Namen … Arsch Noah!”, rief er und schleuderte die Champagnerflasche.

Wegen des heftigen Windes kamen seine Worte allerdings nicht ganz deutlich beim Rest der Besatzung an.

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