Der Stinkuin

Ein Kopfschüttler nach dieser Vorgabe:

“Ein stinkender Pinguin, eine geschwätzige non-kommunikative Konsumgütertrennstange und ein pulsierender Haufen Dreck.”

“Du stinkst.”

Die Konsumgütertrennstange besaß keine Nase. Auch keine Augen. Aber sie fühlte, wie sich die Gestankpartikel auf ihrem Plastik niederließen und dort auf eine besonders ekelhafte Weise haften blieben. Eigentlich hätte sie drüberstehen müssen. Schließlich war es ihr Job, halb vergammelte Lebensmittel voneinder zu trennen, und das auf einem Laufband, an das sich Bakterien mit aller Kraft festklammerten. So was härtete ab. Aber der Stinkuin ging ihr auf die Nerven, die sie nicht hatte.

“Ich weiß”, gab der Stinkuin zurück. “Ist halt so. Ich kann nicht anders. Es liegt in meiner Natur. Stinkuine sind deswegen auch fast ausgestorben. Kein Zoo will uns haben. Abgesehen davon … der Dreckhaufen da stinkt viel mehr.”

“Der pulsiert nur.”

“Das kannst du doch gar nicht sehen.”

“Er strahlt Wärme ab. Die fühle ich. Würde sie noch besser fühlen, wenn dein Gestank mich nicht so einhüllen würde.”

“‘tschuldigung.”

“Was willst du eigentlich?”

“Fisch.”

“Ach so. Den gibt’s neben der Wursttheke. Hinter dem Dreckhaufen.”

“Warum pulsiert der überhaupt?”

“Der ist sauer, weil die Butterkekse aus dem Sortiment genommen worden sind. Das stinkt ihm.”

“Also ein Stinkhaufen. Haha.”

“Selber.”

Posted in Leben.

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