„Aber bei dir läuft’s doch gerade ganz gut.“

Diesen Satz habe ich auf der Gamescom öfter gehört.

Es ist ein trügerischer Satz. Ich muss mich dabei beherrschen, einen philosophischen Monolog zu beginnen, der „gut laufen“ im Bezug auf Außenwahrnehmung und Kontostand setzt und „gerade“ via Relativitätstheorie zu dekonstruieren. Natürlich sind die ganzen Interviews und Lesungen für meine Bücher schuld. Durch diese sieht es phasenweise so aus, als würde ich Millionen von Exemplaren verkaufen (lassen) und total berühmt sein.

Aber nur, wenn ich mal wieder im Radio zu hören bin, heißt das nicht, dass ich gerade überlege, ob ich in Gold oder Immobilien anlegen soll.

Weiterlesen

„Ausgewählt!“ jetzt auch als Printausgabe

Ganze zwei Jahre, nachdem ich mein kleines E-Book herausgebracht habe, gibt es meine Geschichtensammlung jetzt auch in gedruckter Form.

Und zwar hier.

IMG_-3wvhre

 

Die Printausgabe ist per „Createspace“ gebaut, wird im Print-on-Demand-Verfahren für jede Bestellung einzeln gedruckt und verschickt. Sie kommt also noch fast warm an. Den Preis von 7,99 € halte ich für fair. Meine Gewinnmarge ist dabei klein, aber ich wollte deutlich unter 10 Euro bleiben und sehe diese Ausgabe nur als eine Art Service für diejenigen, die E-Books immer noch hassen (was ich nicht nachvollziehen kann 😉 ).

Die FAQ zum Buch habe ich entsprechend aktualisiert.

Ach, und mein langjähriges Projekt „Politthriller“ ist gerade im Zustand „Satz und Covergestaltung“. Ja, er ist fertig, fertig, fertig. Ich hoffe, ich kann bald etwas zum Erscheinungstermin sagen.

Content-Entwertung für Fortgeschrittene

Kleines Postmortem zur Gratis-Aktion meiner Kurzgeschichtensammlung letzten Monat.

Wie immer der Disclaimer: Selfpublishing ist für mich eine nette Ergänzung, ein Hobby. Meine Erkenntnisse sind nicht weltverändernd, nicht allgemeingültig, nicht auf alle zu übertragen und bieten denen, die mehr und öfter selbst veröffentlichen, nichts, was sie nicht längst wissen. Außerdem bewegen sich bei mir monatlich bestenfalls ca. 15 E-Books.

Schauen wir uns die Statistik der letzten 90 Tage an:

Verkäufe

Jeder Ausschlag nach oben markiert einen Verkauf oder eine Leihe, und es gab einen Tag, an dem 3 (!) Exemplare verkauft wurden (Schampus, nackt auf der Straße tanzen). Rot zeigt die normalen Verkäufe an, blau die Leihe von Prime- oder Unlimited-Lesern. Das BAM markiert die 2 Tage Gratis-Aktion, bei der 952 Exemplare unter die Leute gekommen sind.

Im Verlauf sieht man recht deutlich, warum ich mich spontan zu der Aktion entschlossen habe: in den 30 Tagen davor war eine echte Flaute. Und ich denke, man sieht auch, dass die Gratis-Aktion eher belebende Wirkung hatte. Allerdings könnte der starke Anstieg bei der Leihe (im November bislang 8 Leihen – viel mehr als in den bisherigen Kalendermonaten) auch auf die Einführung von „kindle unlimited“ zurückzuführen sein. Und vielleicht hat die Gratis-Aktion statistisch auch gar keine Wirkung gehabt – Kausalität lässt sich nicht beweisen, nur vermuten.

Habe ich damit 952 potenzielle Käufer in den Wind geblasen?

Ohne Statistik, ohne wissenschaftliche Basis, rein aus dem Bauch heraus: nö. Vielleicht hätten ein paar von denen irgendwann die Sammlung für die 2,99 € gekauft, aber sicher nicht alle 952 Gratis-Downloader. Ich selbst nehme als Kunde hin und weder eine Gratis-Aktion mit, weil das betreffende Buch mich interessieren könnte – nicht, weil ich händeringend darauf gewartet habe, es umsonst zu bekommen. Vielmehr ist meine Hoffnung, dass ein paar der Gratis-Downloader in die Sammlung reinlesen und das mögen, was ich da verbreche. Und dann auch andere Sachen von mir kaufen.

Pah, sagen dann wieder einige, so läuft das nicht. Du hast deinen Content entwertet, sonst nichts.

Und wenn: es ist mein Content. Ich kann ihn entwerten, wie ich lustig bin.

Erschienen: „Lords of the Fallen“

Herzlichen Glückwunsch, Deck13! Nach einigen Jahren Entwicklungszeit kommt heute „Lords of the Fallen“ für PC, PS4 und Xbox One heraus. Ich hatte die Freude, ein paar der Texte beisteuern zu dürfen, die der Spieler unterwegs in Form von Tagebucheinträgen oder Briefen findet, aber die eigentliche harte Arbeit wurde am Mainufer erledigt. 🙂 Die ersten Tests trudeln derzeit ein und gehen in die richtige Richtung. Polygon gibt 7.5, IGN gibt 7.4.

(Wenn man Harkyn so sieht, wäre „Ich kann da nicht nüchtern hin“ auch ein guter Titel fürs Spiel gewesen. 😀 )

lotf

Erschienen: „Ich kann da nicht nüchtern hin“

buchtitel

Seit heute ist es offiziell erhältlich – bei den örtlichen Buchhändlern und den üblichen Versendern. Wer sich eine Leseprobe anschauen möchte, kann das auf der Seite des Verlags tun (aufs Cover klicken).

Manche Bücher schreiben sich von selbst.

Dieses nicht.

Es war wegen der Umstände ein ziemlich hartes Stück Arbeit und ich musste den Buster Keaton in mir finden. Erschwerend kommt hinzu, dass Humor Geschmackssache ist, wie ich auch an meinen Rezensionen des Nichtreiseführers sehe. Tja. Ich kann auch nur das schreiben, was ich selbst lustig finde und mich bemühen, mit jedem Buch ein kleines bisschen besser zu werden. Wenn’s gefällt, freue ich mich. Wenn nicht, schreibe ich trotzdem weiter. So ist das, Kinder, wenn man nichts vernünftiges gelernt hat (nur Germanistik).

Bei „Bin ich blöd und fahr in Urlaub“ hatte ich phasenweise ziemlich viel Presse. Wie es sich hier entwickelt, wird sich zeigen, aber es fängt gut an: Dienstag Abend bin auf Deutschlandradio Wissen zu hören. In der Sendung zwischen 18 und 20 Uhr, gegen Ende irgendwann.

Zur Premierenlesung wird dann mein Besuch im Drachenwinkel in Dillingen/Saar am 21. November.

„Ausgewählt“ gratis

Heute – Montag, 13.10.14 – und den morgigen Dienstag gibt es meine Kurzgeschichtensammlung gratis bei amazon. Es ist seit dem Erscheinen vor 14 Monaten die erste Gratis-Aktion, die ich mit dem Band durchführe. Spontan, aus Neugierde, wie viele Exemplare bewegt werden und ob es irgendeine Auswirkung auf Verkäufe nach Abschluss der Aktion hat.

Das E-Book ist DRM-frei und kann auch für andere Lesesystem mit der Gratis-Software „Calibre“ konvertiert werden.

Und wer 2,99 € für die Sammlung ausgegeben hat (oder es ab übermorgen tut), ist natürlich cooler als die Leute, die es jetzt mitnehmen. 😉 Trotzdem darf der Link zum Buch an beiden Tagen gern verteilt werden.

#twitteratur – Dies ist die Geschichte von Hans

Update vom 13.10.14:

Die gesamte Aktion habe ich hier als Storify zusammengefasst.

—–

Am Donnerstag, 9. Oktober 2014 schreibe ich „Twitteratur“. Angekündigt ist das Ganze als „Autoren schreiben Kurz-Romane“, aber das heißt nicht, dass ich einfach eine Geschichte in 140-Zeichen-Schnipsel zerhackstückle. Nein, ich möchte, das ausnutzen, was Twitter auszeichnet, nämlich die Echtzeit, dass eine Nachricht fast im gleichen Augenblick beim Leser ankommt, in dem ich sie abschicke.

Zwei Probleme gibt es dabei:

  1. Die Geschichte wird durch den Live-Charakter schwer zu lesen, wenn man nicht von Anfang an dabei.
  2. Bei fiktiven Texten ist die Perspektive ist schwer vermittelbar.

Das erste Problem lässt sich nicht lösen. In der Twitter-Timeline steht der neueste Tweet oben. Wer später einsteigt, muss filtern und runterscrollen. Schlecht für Gelegenheitsleser, und man muss sich auch fragen, in welcher Frequenz man Tweets abschickt (zumal in diesen der Hashtag #twitteratur zwangläufig einige Zeichen raubt). Ich werde unterwegs entscheiden, was richtig

Das zweite Problem ist, dass ich von meinem Account @falkoloeffler logischerweise aus der persönlichen Sicht twittere. Immer. Auf diesem Account kann ich nicht einfach in eine fiktive Person schlüpfen, aus deren Sicht ich erzähle. Prosa in Anführungszeichen als solche zu kennzeichnen sieht albern aus und kostet zwei wertvolle Zeichen. Und auf meinem persönlichen Account in der dritten Person zu erzählen wirkt seltsam.

… es sei denn …

… ich wäre mit dieser unterwegs.

Warum eigentlich nicht?

Und so erzähle ich am Donnerstag also die Geschichte von Hans.

Hans Bastseller (der es überhaupt nicht mag, Hansi genannt zu werden), schreibt schon lange. Allerdings bisher nur für die Schublade. Es wird Zeit, die Welt mit seinen Manuskripten zu beglücken! Also fasst er einen Entschluss: er muss dorthin, wo die Bücher wachsen – zur Frankfurter Buchmesse. Mit seiner vielfältigen Prosa und Lyrik im Gepäck macht er sich am Donnerstag auf den Weg – in meiner Begleitung. Dummerweise hasst er das Reisen und große Menschenansammlungen wie die Pest. Aber zum Glück hat er gerade mit Twitter begonnen und kann sich auf diesem Weg darüber auslassen. Die Buchwelt wird ihn sicher mit offenen Armen empfangen und er kann sich das beste Angebot für seine Manuskripte aussuchen!

Ich wage keine Prognose, wie das ausgehen wird.

Ach ja – sein Twitter-Account ist @bastseller.

Twitteratur!

Dass ich gern, viel und albern twittere, weiß jeder hier.

Umso mehr freue ich mich darauf, dieses Jahr im Rahmen der Frankfurter Buchmesse quasi offiziell Literatur twittern zu dürfen – eben Twitteratur. Was es damit auf sich hat, wird im Blog der Buchmesse erklärt. Ich werde den Tag für eine Mischung aus kleinen Geschichten, meinem Besuch auf der Messe und den üblichen Wortspielen nutzen.

Wer das Ganze verfolgen will, hat mehrere Möglichkeiten:

– Unter dem Hashtag #twitteratur bekommt man bei Twitter die volle Dosis.

– Auf der Seite der Buchmesse kann man die Tweets der Teilnehmer lesen.

– Und natürlich ist da noch mein Twitter-Profil selbst. 🙂

Der Preis des Mediums

Beim aktuellen Streit hinter den Kulissen der Buchbranche, was die E-Book-Preise betrifft, geht es eigentlich nicht um den Endpreis für Kunden, sondern um die Frage, wer wie viel Netto vom Brutto bekommt. Im Prinzip ist es genau der gleiche Streit, den man in ländlichen Gebieten wie dem meinigen beobachten kann, wenn an den Bauernhöfen die Schilder hängen: „Milchbauern brauchen einen fairen Preis! XX Cent pro Liter!“ Je älter die Schilder sind, desto geringer ist der Centpreis. Auf ganzen altern Schildern, die sonst identisch sind, steht noch „Pfennig“. Da kämpfen die Erzeuger vor allem mit den Discountern, die den Endverbraucherpreis gern so niedrig wie möglich drücken würden. Natürlich auf Kosten der Marge der Milchbauern, nicht der eigenen. Also wird geschachert, und ein oder zwei Jahre später beginnt alles von vorn. So läuft es im Moment auch zwischen einigen Verlagen und amazon bei den E-Books – nur dass nicht die Verlage die Milchbauern sind, sondern die Autoren. Aber das ist ein Thema für sich.

Weiterlesen

Ich und der andere

Die Pressearbeit für „Bin ich blöd und fahr in Urlaub?“ läuft gerade auf Hochtouren. Massig Presseartikel, einiges an Hörfunk, dann auch noch ein TV-Auftritt, und aktuell kommen immer weiter Anfragen rein. Es ist Juli – da hat das Nichtreisen eben Konjunktur. Für mich, der bislang im bescheidenen Rahmen seine Bücher bewerben konnte, ist das eine interessante Erfahrung. Und eine, die in mir die Erkenntnis hat reifen lassen, dass zwischen einem Fantastik-Autor und einem Comedian gar kein großer Unterschied herrscht. Beide werden gleichermaßen missverstanden. Und ich bin auch noch beides …

Weiterlesen