Ausgefunkt

Kurz vor meiner Schweiz-Lesereise musste ich feststellen, dass mein bislang einziger Jugendkrimi „Im Funkloch“ vom Markt genommen worden ist, nach sieben Jahren. So was ist immer doof, in diesem Fall strategisch ungünstig. Diese Lesereise in die Ostschweiz habe ich über den gleichen Zeitraum jährlich durchgeführt. Anfangs habe ich direkt aus dem Roman gelesen, aber in den letzten Jahren habe ich einige Szenen daraus zu einer interaktiven Kurzgeschichte gebastelt, die neun verschiedene Enden haben kann.

Konzept: Es gibt Entscheidungspunkte, an denen eine Schülerin oder ein Schüler eine Karte hochhält: rot, gelb oder grün. In der Regel ist rot eine Konfrontation und grün eine versöhnliche Geste. Die Beziehungen zu den Figuren ändern sich entsprechend. Und da ich die Geschichte mit Twine gebaut habe, konnte ich das finale HTML-File den Schülern geben, damit sie nach der eigentlichen Lesung ausprobieren können, einen anderen Weg zu gehen.

Dieses Lesungskonzept hat großartig funktioniert. Hatte ich bei normalen Lesungen immer wieder Fälle, wo es zu Unruhe oder aktiven Störungen kam, ist mir das in den drei Jahren, in denen ich die interaktive Geschichte gelesen habe, nie passiert. Im Gegenteil, selbst die Fälle, wo ich vorgewarnt wurde, es handele sich um eine „schwierige“ Klasse, waren meistens aufmerksam, weil sie schließlich schwerwiegende Entscheidungen zu treffen hatten. 😀

Nun – ich muss wohl nicht eigens erwähnen, dass „rot“ die mit Abstand beliebteste Karte war. Ich schätze, in ungefähr der Hälfte der Fälle war das schlechtestmögliche Ende der Geschichte der Ausgang. Sehr zur Begeisterung der Schüler.

Diese Lesung werde ich nicht mehr halten. Und ehrlich gesagt kann ich die Geschichte nach ca 100 Schullesungen auch selbst nicht mehr sehen.

Aber es wäre verlockend, eine ganz neue Geschichte speziell für Schullesungen zu bauen … vielleicht im Tandem mit einem ganz neuen Jugendbuch?

Und was „Im Funkloch“ angeht … natürlich werden irgendwann die Rechte an mich zurückfallen, und natürlich möchte ich es dann wieder zumindest digital rausbringen.

Unfreier Autor

Seit ich freier Autor bin, habe ich kaum noch Zeit zum Schreiben.

Denn ich schreibe ja nicht nach Lust und Laune, sondern um davon halbwegs zu leben. Heißt, ich dienstleiste den größten Teil meiner Zeit, und das bedeutet, dass ich so unangenehme Dinge wie regelmäßige Arbeitszeiten schaffen muss, statt auf Musenbelästigung zu warten. Dazu kommt Buchhaltung und dieses Alltagsdings.

Plötzlich merkt man, dass man eine Woche rum ist, in der man gar nicht dazu gekommen ist, an eigenen Projekten zu arbeiten.

Wie bei Angestellten.

Damit sich das ändert, müsste ich meinen Beruf zum Hobby machen.

Komisch.

„Ausgewählt!“ jetzt auch als Printausgabe

Ganze zwei Jahre, nachdem ich mein kleines E-Book herausgebracht habe, gibt es meine Geschichtensammlung jetzt auch in gedruckter Form.

Und zwar hier.

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Die Printausgabe ist per „Createspace“ gebaut, wird im Print-on-Demand-Verfahren für jede Bestellung einzeln gedruckt und verschickt. Sie kommt also noch fast warm an. Den Preis von 7,99 € halte ich für fair. Meine Gewinnmarge ist dabei klein, aber ich wollte deutlich unter 10 Euro bleiben und sehe diese Ausgabe nur als eine Art Service für diejenigen, die E-Books immer noch hassen (was ich nicht nachvollziehen kann 😉 ).

Die FAQ zum Buch habe ich entsprechend aktualisiert.

Ach, und mein langjähriges Projekt „Politthriller“ ist gerade im Zustand „Satz und Covergestaltung“. Ja, er ist fertig, fertig, fertig. Ich hoffe, ich kann bald etwas zum Erscheinungstermin sagen.

Vom Ausmisten

Vor vielen Jahren habe ich mir auf einem Ramschtisch zwei Bände einer SF-Trilogie gekauft, für ein paar Euro. Die Reihe hat nie den Status eines Klassikers erreicht, sie ist schon lange nicht mehr in Druck, und nur die verrücktesten Sammler haben sie noch im Regal stehen.

Also Verrückte wie ich.

Wie vermutlich die meisten Irren habe auch ich als Jugendlicher begonnen. Eine lückenlose Sammlung, egal von was — sehr erstrebenswert, immer. Bei Büchern. Bei Filmen. Bei Spielkonsolen. Bei Magazinen.

Bis man das Land der Vernunft verlässt.

Und Bücher auf Ramschtischen kauft, nur um die Sammlung zu vergrößern.

Mich hat jahrelang gewurmt, dass ich den dritten Band dieser Trilogie nicht besitze. Alle Verkaufsstände auf den Cons habe ich danach durchsucht, bis es eines Tages so weit war: endlich konnte ich den fehlenden Band kaufen! Die Lücke füllen! Eine Sammlung vervollständigen!

Dieses Glücksgefühl hat allerdings nicht dazu geführt, dass ich die Bücher tatsächlich gelesen hätte.

Langsam kam ich auch ins Zweifeln, ob die VHS-Kassetten unbedingt aufgehoben werden müssen. Oder die Heft-CDs von GameStar, PC Games und den anderen üblichen Verdächtigen.

Ich begann auszumisten.

Und wie bei so vielen Dingen im Leben: hat man die Hürde im Kopf erst mal genommen, kann man nicht aufhören.

Ich will meine Büchersammlung verkleinern. Und Filmsammlung. Und Spielesammlung.

Nun stelle ich fest, dass man äußerst kreativ werden kann, wenn man vor Hunderten von Artikeln steht, bei denen man eigentlich nur binär entscheiden muss: behalten oder loswerden? Nein, so einfach ist das nicht. Man nimmt etwas in die Hand und bildet folgende Ketten im Kopp:

  • Behalten, weil es wertvoll ist.
  • Behalten, weil es nostalgischen Wert hat.
  • Behalten, weil schön aussieht.
  • Behalten, weil es damals so teuer war.
  • Behalten — aber nur für den Moment, eigentlich müsste es ja weg, aber kann man ja auch nächstes Mal noch machen.
  • Eigentlich behalten, aber ich will das Ding nicht mehr sehen, also loswerden.
  • Eigentlich loswerden, aber ich habe das irrationale Gefühl, dass es irgendwann etwas wert sein könnte.
  • Eigentlich das Buch loswerden, aber die Kollegen / der Kollege ist so nett …
  • Irgendwo verhökern, könnte noch was bringen.
  • Irgendwem schenken, das gehört in gute Hände.
  • Scheiße, was hat mich da geritten, nichts wie in den Müll damit.
  • Huch, das hab ich noch?! (Positiv oder negativ konnotiert, je nachdem, ob es verschollene Bücher oder ein Stapel AOL-CDs sind.)

Und die SF-Trilogie? Ich schwanke noch zwischen “Behalten — Nostalgie” und “Was hat mich da geritten” …

Terry Pratchett

Die ersten zwei oder drei Scheibenwelt-Romane waren bei Heyne erschienen, als mir „Das Licht der Phantasie“ in die Hände fiel. Natürlich sprang zunächst das surreale Cover ins Auge, aber um sicherzugehen, hatte Heyne fürsorglich unten einen Textbalken ergänzt:

Was Douglas Adams für die Science Fiction ist, ist Terry Pratchett für die Fantasy.

Nun war bei mir – wie bei so vielen – der „Anhalter“ mehr als prägend gewesen, also versuchte ich mich auch an Pratchett.

Ich kann nicht mal behaupten, dass es Liebe auf den ersten Blick war. „Das Licht der Phantasie“ unterhielt mich gut, aber löste keinen Knalleffekt aus. Später kaufte ich „Das Erbe des Zauberers“.

Und der Knalleffekt kam.

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Content-Entwertung für Fortgeschrittene

Kleines Postmortem zur Gratis-Aktion meiner Kurzgeschichtensammlung letzten Monat.

Wie immer der Disclaimer: Selfpublishing ist für mich eine nette Ergänzung, ein Hobby. Meine Erkenntnisse sind nicht weltverändernd, nicht allgemeingültig, nicht auf alle zu übertragen und bieten denen, die mehr und öfter selbst veröffentlichen, nichts, was sie nicht längst wissen. Außerdem bewegen sich bei mir monatlich bestenfalls ca. 15 E-Books.

Schauen wir uns die Statistik der letzten 90 Tage an:

Verkäufe

Jeder Ausschlag nach oben markiert einen Verkauf oder eine Leihe, und es gab einen Tag, an dem 3 (!) Exemplare verkauft wurden (Schampus, nackt auf der Straße tanzen). Rot zeigt die normalen Verkäufe an, blau die Leihe von Prime- oder Unlimited-Lesern. Das BAM markiert die 2 Tage Gratis-Aktion, bei der 952 Exemplare unter die Leute gekommen sind.

Im Verlauf sieht man recht deutlich, warum ich mich spontan zu der Aktion entschlossen habe: in den 30 Tagen davor war eine echte Flaute. Und ich denke, man sieht auch, dass die Gratis-Aktion eher belebende Wirkung hatte. Allerdings könnte der starke Anstieg bei der Leihe (im November bislang 8 Leihen – viel mehr als in den bisherigen Kalendermonaten) auch auf die Einführung von „kindle unlimited“ zurückzuführen sein. Und vielleicht hat die Gratis-Aktion statistisch auch gar keine Wirkung gehabt – Kausalität lässt sich nicht beweisen, nur vermuten.

Habe ich damit 952 potenzielle Käufer in den Wind geblasen?

Ohne Statistik, ohne wissenschaftliche Basis, rein aus dem Bauch heraus: nö. Vielleicht hätten ein paar von denen irgendwann die Sammlung für die 2,99 € gekauft, aber sicher nicht alle 952 Gratis-Downloader. Ich selbst nehme als Kunde hin und weder eine Gratis-Aktion mit, weil das betreffende Buch mich interessieren könnte – nicht, weil ich händeringend darauf gewartet habe, es umsonst zu bekommen. Vielmehr ist meine Hoffnung, dass ein paar der Gratis-Downloader in die Sammlung reinlesen und das mögen, was ich da verbreche. Und dann auch andere Sachen von mir kaufen.

Pah, sagen dann wieder einige, so läuft das nicht. Du hast deinen Content entwertet, sonst nichts.

Und wenn: es ist mein Content. Ich kann ihn entwerten, wie ich lustig bin.

Erschienen: „Ich kann da nicht nüchtern hin“

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Seit heute ist es offiziell erhältlich – bei den örtlichen Buchhändlern und den üblichen Versendern. Wer sich eine Leseprobe anschauen möchte, kann das auf der Seite des Verlags tun (aufs Cover klicken).

Manche Bücher schreiben sich von selbst.

Dieses nicht.

Es war wegen der Umstände ein ziemlich hartes Stück Arbeit und ich musste den Buster Keaton in mir finden. Erschwerend kommt hinzu, dass Humor Geschmackssache ist, wie ich auch an meinen Rezensionen des Nichtreiseführers sehe. Tja. Ich kann auch nur das schreiben, was ich selbst lustig finde und mich bemühen, mit jedem Buch ein kleines bisschen besser zu werden. Wenn’s gefällt, freue ich mich. Wenn nicht, schreibe ich trotzdem weiter. So ist das, Kinder, wenn man nichts vernünftiges gelernt hat (nur Germanistik).

Bei „Bin ich blöd und fahr in Urlaub“ hatte ich phasenweise ziemlich viel Presse. Wie es sich hier entwickelt, wird sich zeigen, aber es fängt gut an: Dienstag Abend bin auf Deutschlandradio Wissen zu hören. In der Sendung zwischen 18 und 20 Uhr, gegen Ende irgendwann.

Zur Premierenlesung wird dann mein Besuch im Drachenwinkel in Dillingen/Saar am 21. November.

„Ausgewählt“ gratis

Heute – Montag, 13.10.14 – und den morgigen Dienstag gibt es meine Kurzgeschichtensammlung gratis bei amazon. Es ist seit dem Erscheinen vor 14 Monaten die erste Gratis-Aktion, die ich mit dem Band durchführe. Spontan, aus Neugierde, wie viele Exemplare bewegt werden und ob es irgendeine Auswirkung auf Verkäufe nach Abschluss der Aktion hat.

Das E-Book ist DRM-frei und kann auch für andere Lesesystem mit der Gratis-Software „Calibre“ konvertiert werden.

Und wer 2,99 € für die Sammlung ausgegeben hat (oder es ab übermorgen tut), ist natürlich cooler als die Leute, die es jetzt mitnehmen. 😉 Trotzdem darf der Link zum Buch an beiden Tagen gern verteilt werden.

#twitteratur – Dies ist die Geschichte von Hans

Update vom 13.10.14:

Die gesamte Aktion habe ich hier als Storify zusammengefasst.

—–

Am Donnerstag, 9. Oktober 2014 schreibe ich „Twitteratur“. Angekündigt ist das Ganze als „Autoren schreiben Kurz-Romane“, aber das heißt nicht, dass ich einfach eine Geschichte in 140-Zeichen-Schnipsel zerhackstückle. Nein, ich möchte, das ausnutzen, was Twitter auszeichnet, nämlich die Echtzeit, dass eine Nachricht fast im gleichen Augenblick beim Leser ankommt, in dem ich sie abschicke.

Zwei Probleme gibt es dabei:

  1. Die Geschichte wird durch den Live-Charakter schwer zu lesen, wenn man nicht von Anfang an dabei.
  2. Bei fiktiven Texten ist die Perspektive ist schwer vermittelbar.

Das erste Problem lässt sich nicht lösen. In der Twitter-Timeline steht der neueste Tweet oben. Wer später einsteigt, muss filtern und runterscrollen. Schlecht für Gelegenheitsleser, und man muss sich auch fragen, in welcher Frequenz man Tweets abschickt (zumal in diesen der Hashtag #twitteratur zwangläufig einige Zeichen raubt). Ich werde unterwegs entscheiden, was richtig

Das zweite Problem ist, dass ich von meinem Account @falkoloeffler logischerweise aus der persönlichen Sicht twittere. Immer. Auf diesem Account kann ich nicht einfach in eine fiktive Person schlüpfen, aus deren Sicht ich erzähle. Prosa in Anführungszeichen als solche zu kennzeichnen sieht albern aus und kostet zwei wertvolle Zeichen. Und auf meinem persönlichen Account in der dritten Person zu erzählen wirkt seltsam.

… es sei denn …

… ich wäre mit dieser unterwegs.

Warum eigentlich nicht?

Und so erzähle ich am Donnerstag also die Geschichte von Hans.

Hans Bastseller (der es überhaupt nicht mag, Hansi genannt zu werden), schreibt schon lange. Allerdings bisher nur für die Schublade. Es wird Zeit, die Welt mit seinen Manuskripten zu beglücken! Also fasst er einen Entschluss: er muss dorthin, wo die Bücher wachsen – zur Frankfurter Buchmesse. Mit seiner vielfältigen Prosa und Lyrik im Gepäck macht er sich am Donnerstag auf den Weg – in meiner Begleitung. Dummerweise hasst er das Reisen und große Menschenansammlungen wie die Pest. Aber zum Glück hat er gerade mit Twitter begonnen und kann sich auf diesem Weg darüber auslassen. Die Buchwelt wird ihn sicher mit offenen Armen empfangen und er kann sich das beste Angebot für seine Manuskripte aussuchen!

Ich wage keine Prognose, wie das ausgehen wird.

Ach ja – sein Twitter-Account ist @bastseller.

Twitteratur!

Dass ich gern, viel und albern twittere, weiß jeder hier.

Umso mehr freue ich mich darauf, dieses Jahr im Rahmen der Frankfurter Buchmesse quasi offiziell Literatur twittern zu dürfen – eben Twitteratur. Was es damit auf sich hat, wird im Blog der Buchmesse erklärt. Ich werde den Tag für eine Mischung aus kleinen Geschichten, meinem Besuch auf der Messe und den üblichen Wortspielen nutzen.

Wer das Ganze verfolgen will, hat mehrere Möglichkeiten:

– Unter dem Hashtag #twitteratur bekommt man bei Twitter die volle Dosis.

– Auf der Seite der Buchmesse kann man die Tweets der Teilnehmer lesen.

– Und natürlich ist da noch mein Twitter-Profil selbst. 🙂