2017.

Ich fasse jetzt schon mal zusammen. Nicht, weil ich frühzeitig in Urlaub ginge, im Gegenteil, dank einer Deadline Anfang Januar ist das eher nicht so, also gar nicht.
Und Deadline ist auch mein Stichwort des Jahres, denn ich hatte wenig anderes. Vier Bücher übersetzt, was an sich schon genug gewesen wäre, rein zeitlich, dazu noch ein paar Spieleprojekte. Langweilig wurde es nie, und damit war dieses Jahr das krasse Gegenteil von 2016, diesem Jammertal, in dem es mir allerdings auch nicht langweilig war, denn existenzielle Freiberufler-Panik, wenn nichts passt und alles hakt, ist auch keine Hängematte.
Dass ich dieses Jahr quasi in Vollzeit zum Roman-Übersetzer geworden bin, war so nicht geplant, aber ich plane eh nicht mehr, und ich weiß auch nicht, ob das 2018 so sein wird. Sicher war diese Arbeit meiner fortschreitenden Eremitwerdung eher zuträglich, denn wenn man einfach 500 Seiten vor sich hat, die man in drei Monaten abgeben soll, muss man wenig unter Menschen, und es genügt, wenn man ein Wörterbuch und einen Thesaurus hat. Dass meine Übersetzungen der Krimis von D.M. Pulley sich prima verkaufen, erfreut die Motivation und die Portokasse.
Nach langer Zeit ist dieses Jahr auch endlich ein Buch aus eigener Züchtung erschienen, aber ich kann jetzt nicht behaupten, dass das besonders viele Leute interessiert hätte. (Es ist nach wie vor das bestmögliche Weihnachtsgeschenk, beim Buchhändler des Vertrauens heute noch die magischen Worte „Tiefe Saat“ zu sagen.)
Und bei Spielen tut sich auch mal wieder was. Derzeit (dieser Teil wurde automatisch wegen einer NDA gelöscht) und das wird dann 2018 richtig lustig.
Dies war auch das Jahr, in dem ich mir mehr Dinge aufgeladen habe, als gut ist. Eine meiner besten Entscheidungen war, bei Bündnis90/Die Grünen einzutreten. Dass ich kurz nach „Hallo“ in den Kreisvorstand gezerrt wurde, ist schön; dass ich wegen der ganzen Deadlines zu wenig Zeit hatte, mich so einzubringen, wie ich gern wollte, ist weniger schön. Aber den gewünschten Effekt hat es bei mir erreicht: auch wenn es nur Einbildung ist, habe ich das Gefühl, näher am Geschehen dran zu sein und wenigstens nicht nur diesen Vortex des Internets hineinzubrüllen, sondern auf ganz kleiner Flamme ein wenig aktiv zu tun.
Eigentlich hatte ich letztes Jahr um diese Zeit erklärt, dass ich wieder mehr eigene Sachen schreiben will, und gerade das hat am schlechtesten geklappt. Zwei Kurzgeschichten veröffentlicht und das war’s. Eine Idee für einen neuen Roman habe ich natürlich, die ersten dreißig, vierzig Seiten sind geschrieben, aber ich bin Realist genug, jetzt nicht echte Aufträge abzulehnen, um hingebungsvoll ein Buch zu schreiben, das dann keinen Abnehmer findet. Ich würde nun gern sagen, dass das 2018 anders wird, aber nö: Wer bei mir anklopft und mir Dublonen in die Hand drückt, damit ich mir doofe Witze ausdenke, ist immer willkommen.
Apropos.
Zurück an die Arbeit. Da ist ja noch diese Deadline.
Erholt ihr euch wenigstens gut, kommt schön ins neue Jahr, und vielleicht bin ich 2018 sogar etwas geselliger (haha, als ob).

Posted in Freiberufler, Leben, Politik.

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